Spiritual Care ist dem Wesen nach ein stark interdisziplinäres Arbeits- und Forschungsfeld. Ausgangspunkt dieses Ansatzes ist die Einsicht, dass neben vielen anderen die Fragen nach Sinn, Hoffnung, Transzendenz und Lebensdeutung grundlegende Dimensionen menschlicher Existenz darstellen. Gerade in Situationen von Krankheit, Krise und existenzieller Grenzerfahrung treten diese Fragen in besonderer Weise hervor. Spiritual Care richtet seine Aufmerksamkeit auf diese Dimension und versteht sie als bedeutsamen Bestandteil professioneller Sorgepraxis in Gesundheitswesen, Beratung und Begleitung.
Das Feld entsteht im Schnittbereich verschiedener Disziplinen: Medizin und Pflegewissenschaft, Psychologie, Theologie, Sozialwissenschaften, Ethik sowie zunehmend auch Kultur- und Religionswissenschaften tragen jeweils spezifische Perspektiven bei. Gerade diese Pluralität macht Spiritual Care zu einem Labor interdisziplinärer Zusammenarbeit, in dem Fragen nach Spiritualität, Religion und Religiosität, Weltanschauung und Sinn nicht nur praktisch bearbeitet, sondern auch wissenschaftlich reflektiert werden.
Die Jahrestagung WHOcares?! greift diese Dynamik auf. Sie versteht Spiritual Care als offenen Dialograum zwischen Theorie und Praxis, in dem unterschiedliche fachliche Zugänge miteinander ins Gespräch gebracht werden, um die spirituelle Dimension menschlicher Sorge und Fürsorge in Forschung und professionellem Handeln weiter zu profilieren.